Bombelhausener Bäckerblume Nr. 22, Juli 2018; S.3


Nanotechnologie im Kreuzfeuer

Bombelhausen bald in einem Atemzug mit Sallyfields, Fukushima und Tschernobyl erwähnt? 

Ursprünglich plante man, mit dem Bau der Firma Nano(sur)face bis zum 1.September beginnen zu können. Über die letzten Wochen jedoch, wurden die Unruhen in unserer Gemeinde immer lauter. Besorgnis und Zweifel machten sich breit und entfachten die Gründung einer aktiven Bürgerinitiative gegen das Projekt. Das Timing könnte nicht schlechter für die Firma Nano(sur)face sein, da jetzt auch noch Ereignisse aus aller Welt wie Brennholz für die hitzige Debatte um das Projekt wirken. Eine Schlagzeile nach der anderen stellt derzeit das Thema Nanotechnologie in einem sehr schlechten Licht dar. Meldungen berichten von Fabrik-Bränden in Sallyfields, wo möglicherweise gefährliche Nanopartikel ausgetreten sein könnten. Das Bundesinstitut für Risikoforschung hat zudem kürzlich eine sehr kritische Stellung gegenüber dem Gebrauch von Nano-Silber bezogen. Gleicht der anfangs versprochene Technoschub jetzt immer mehr dem Alptraum einer bedrohlichen Giftbombe?

Nano(sur)face baut nun auf die Pressekonferenz der heutigen Informationsveranstaltung um eventuell zu entwarnen und sich gegenüber den aktuellsten Bedenken zu äußern. Via twitter:


Nano(sur)face @Nanosurface - 06. Juli 2018

Leitende Mitarbeiter werden sich heute in einer Pressekonferenz kritischen Fragen stellen in Bezug auf die Katastrophe in Sallyfields, Bedenken gegenüber antibakteriellem Nanosilber und der Nahost-Reise einer deutschen Wirtschaftsdelegation. Vertreter von Presse und Na-No sind herzlich eingeladen!

Negativer denn je erreichten uns diese Woche besonders viele Leserbriefe. Leserbriefe von Bürgern, die sich sehr besorgt um die Zukunft unseres geliebten Dorfes zeigen. 

WG

Bombelhausener Bäckerblume Nr. 10, Mai 2017; S.2


Techno-Schub für Bombelhausen

Neue Hoffnung für die Strukturschwache Gegend? 

Ab Ende des Jahres heißt es: „Bombelhausen goes Nano“. Nahe den Blähfroschwiesen entsteht ein neues Industriegebiet. Von Gernoht Kimmerlen 

Wenn urschwäbischer Tüftlergeist und allerneueste technische Innovation zusammenkommen, dann entwickelt sich Großes im Ländle – das auch etwas ganz Kleines sein kann. Denn Nano-Technologie bedeutet, dass Forscher und Ingenieure ganz direkt mit Atomen neue Dinge von Grund auf bauen können und damit quasi ständig Neuland betreten. Der Trübinger Verwaltung ist es nun durch intensive Bemühungen gelungen, die schwäbische Unternehmerfamilie Rieder mit ihrer Neugründung „Nano(sur)face“ nach Bombelhausen zu holen – und viele weitere sollen folgen, denn im Osten der Blähfroschwiesen soll ein neues Industriegebiet entstehen, das über die Jahre kräftig wachsen soll. Nano(sur)fase wird Oberflächentechnik herstellen. So kann Autolack durch Nanobeschichtung schmutzresistent gemacht werden. Oder hygienische Oberflächen werden geschaffen, die durch so genannte Nanostrukturen direkt Bakterien abtöten können, wenn sie mit ihnen in Berührung kommen – allesamt Technik, mit der der Betrieb weltweit vorne mit dabei ist. Laut Karlo Corona vom Regierungspräsidium Trübingen ist vor dem Baubeginn im Oktober alles so gut wie in trockenen Tüchern. Zwischen dem siebten und dem 13. Juni können sich die Bombelhausener noch über den Planfeststellungsbeschluss informieren, dann geht es los. Neben den Arbeitsplätzen werden laut Corona noch viele weitere Verbesserungen auf uns zukommen. Auch das marode Straßennetz und die langsame Internetanbindung, über die viele Stöhnen, werden bald der Vergangenheit angehören. Die Firma selbst will am ersten Oktober durch eine Produktschau die Bürgerinnen und Bürger informieren. Doch einige in Bombelhausen sehen das Blähfroschwiesen-Projekt als ‚Kröte‘, die sie nicht schlucken wollen. Seit letzter Woche liegen im Dorf Handzettel einer Bürgerinitiative aus, die vor einem neuen ‚Stuttgart 21‘ warnen; mit Dreck, Verkehrslärm und einem Versteckspiel der Verwaltung, die die Bürger nicht rechtzeitig informiert habe. Auch die Blähfrösche könnten in Gefahr sein, drohe doch der Industriepark unser Naherholungsgebiet zu ‚überwuchern‘. Für den 28. Mai wird zu einer Bürgerversammlung im Ratskeller aufgerufen – Die Bombelhausener Bäckerblume hält Sie auf dem Laufenden! 

GK


Kommentare:

Maximilian Kleckerle

Es ist schön zu sehen, dass es mit Bombelhausen endlich voran geht!
Viel zu lange haben sich unsere Politiker angesichts der
Arbeitslosigkeit und des Verfalls im Dorf vor ihrer Verantwortung
gedrückt, endlich etwas für „das Armenhaus Trübingens“ zu wagen!


Kommentar:

Lieber Herr Kleckerle,

die Bürgerinitiative Na-No hat natürlich nichts gegen die Verbesserung der Infrastruktur und mehr Arbeitsplätze, aber der Charme unseres Dorfes liegt nun mal darin, dass wir ein naturbelassenes und ruhiges Dorf sind. Dabei würde ein Industriepark genau das Gegenteil bewirken. Der Industriepark sollte einen anderen Standpunkt erhalten, der in akzeptabler Entfernung zum Dorf und den Blähfroschwiesen liegt.
Wir sind weiterhin der Meinung, dass die geschaffenen Arbeitsplätze vor allem Akademikern aus der Umgebung zu Verfügung stehen werden und das würde die von Ihnen angesprochene Arbeitslosigkeit im Dorf nicht lösen.
Wir möchten Sie herzlich zur nächsten Versammlung einladen, die am 23.07.2017 im Ratskellerle stattfinden wird.

Beste Grüße,
Na-No


Verona Buschfelder

Wie aus den Medien bekannt ist, weiß man noch gar nicht, welche
vielleicht giftigen Eigenschaften diese Nanomaterialien haben. Wer
sagt uns, dass dieser Industriepark keine Zeitbombe ist, die eines
Tages unser schönes Neckartal vergiftet? Wieder haben irgendwelche
Politiker und ‚Experten‘ über unsere Köpfe hinweg entschieden, und
wir müssen die Folgen tragen – eine Bürgerbefragung muss her, vor
dem ersten Spatenstich!


Kommentar:

Sehr geehrte Frau Buschfelder,

wir freuen uns, dass Sie Interesse an der Entwicklung im Neckartal zeigen. Auch uns ist der Umweltschutz sehr wichtig, weshalb jahrelange Forschung und Studien zu unseren Produkten durchgeführt wurden. Wir verstehen ihre Sorge vor dem Ungewissen und wie bei jeder neuen Technik besteht ein gewisses Restrisiko, welches durch die Forschung jedoch minimiert wurde. Die Ansiedlung von Nano(sur)face wurde von Fachleuten mit langjähriger Erfahrung und der Politik umsichtig geplant und Bombelhausen wird durch die neue Industrie aufgewertet werden.

Mit freundlichen Grüßen

Carla Columna


Eugen Brömmel

Hat die Menschheit nichts gelernt? Was daraus wird, wenn Einzelne an
Atomen herum pfuschen, haben wir gesehen – soll das jetzt so weiter
gehen? Nicht alles, was man machen kann, muss man machen. Wehret den
Anfängen!

Bärbel Köberlein

Es ist klar, wie hier der Trübinger Hase wieder laufen soll! Erst
eine einzelne Firma, dann noch eine … Und schon hat man das lästige
Naturschutzgebiet ‚im Sack‘, aber nicht mit uns – schließen wir uns
der Bürgerinitiative an!


Kommentar:

Sehr geehrte Frau Köberlein,

wir verstehen Ihre Bedenken bezüglich des geplanten Gewerbegebiets. Auch wir sind daran interessiert das Naturschutzgebiet zu schützen und zu erhalten, damit auch zukünftige Generationen dem Quaken der Blähfrösche lauschen können.
Um allen Bürgern und deren Bedürfnissen gerecht zu werden zu können, müssen wir den wirtschaftlichen Fortschritt in Bombelshausen stärken, damit zukünftig ein hoher Lebensstandard gewährleistet werden kann.
Wir werden wie zuvor alle notwendigen Maßnahmen zum Erhalt des Naturschutzgebiets treffen.

Vielen Dank für Ihr bürgerliches Engagement,

Ihr Regierungspräsidium Trübingen